Wirtschaftsförderung – Innenstadt

Mit einer App gegen das Innenstadt-Sterben?

Im Rahmen des Deutschen Städtetags am 30.5-1.6.2017 in Nürnberg stellt auch die Stadt selbst ihre neue „DieNürnbergApp“ vor. Es ist die fränkische Antwort auf den zunehmenden Anstieg des Internethandels und damit des schwächelnden Marktes in den Innenstädten.

Immer mehr Alt- und Innenstädte haben zu kämpfen gegen Leerstand und Verlust an Kaufkraft. Hier versucht die Werbegemeinschaft in Nürnberg etwas zu tun. Auch wenn die App bislang noch im Aufbau ist und mehr Inhalte benötigt, sprechen viele Punkte für ein solches Konzept. Denn wenn man die Lagerfläche aller Geschäfte zusammenzählt, ist das mehr als es die großen Online-Versandhäuser bieten, man kann anfassen und probieren – und zwar SOFORT! Damit man auch weiß, welche Produkte wo zu finden sind und das Einkaufen zum Erlebnis wird, versucht DieNürnbergApp diese Lücke zu schließen und ermöglicht zudem Läden zu entdecken, die man so nie kennen gelernt hätte. Wer war schon einmal bei einem Bären-Macher in der Werkstatt oder hat einem Goldschmied über die Schulter gesehen.
Das der Einzelhandel was zu bieten hat, gilt es für die Zukunft der Innenstädte mehr in den Blickpunkt zu rücken. Wir werden neue Konzepte entwickeln, diese Flächen nachhaltig attraktiv zu halten auch und grade mit neuen Wegen und Techniken. Das Modehäuser starken Gegenwind erleben aus dem Internet sollte sie ermutigen  ihre Stärken zu zeigen und Pfade zu begehen, die Neuland sind. Dies gilt natürlich für alle Unternehmen im Einzelhandel, die bislang ihre Kunden primär durch „Laufkundschaft“ erhielten. Andere Städte auch in Niedersachsen versuchen mit Abriss und Neubau von Ladenflächen und Parkplätzen zu antworten, doch ohne Konzepte in den Geschäften selbst mit einer reellen Alternative zum Verkauf im Internet sehen wir da keinen Unterschied zu den wachsenden Großindustrieflächen, in denen zwischen großen Parkflächen „Verkaufscontainer“ aus Wellblech entstehen in denen immer mehr Regelgänge mit Produkten stehen, die sich wohl mehr in der Optik oder der Marke unterscheiden, als im Inhalt. In einer Zeit, wo wir scheinbar zu jeder Zeit alles haben können, kann doch nicht die Antwort „mehr Fläche für mehr Produkte sein“, oder?
Vielleicht geht es nur mir so, aber wenn ich im Laden stehe, nehme ich gerne etwas Regionales, etwas Saisonales und wenn möglich etwas Nachhaltiges. Und unter „nachhaltig“ verstehe ich auch, dass ich lieber Shampoo, Wasser, Gemüse, Zahnpasta, Eier, etc. aus der Region nehme (ja auch Shampoo und Co. gibt es von regionalen Anbietern), als Salat im Winter zu wollen und Schokoaufstrich mit besonders viel Palmöl.

Bleiben wir also neugierig, wie sich die Städte dieser Herausforderung weiter stellen, welche Ideen und Kampagnen entstehen werden und natürlich auch, wie die Wirtschaftsförderung diese neuen Wege unterstützen wird.


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